Schwimm, kleiner Pinguin, schwimm

Im Rahmen eines Online-Seminars zum Thema „Resilienz“ habe ich mir das YouTube-Video von Eckhard von Hirschhausen zum Pinguin-Prinzip angeschaut. Ich bin sehr dankbar dafür, denn damit wurde mir das Bild geschenkt, das am besten meine berufliche Situation beschreibt.

Worum geht es bei dem Pinguin-Prinzip? Ich versuche es kurz zusammenzufassen, aber schaut euch auf jeden Fall das YouTube-Video hierzu an, denn die Erzählung von Eckart von Hirschhausen lässt sich nicht durch eine kurze Zusammenfassung ersetzen.

Pinguine sind kleine dickliche Wesen mit viel zu kurzen Beinen und viel zu kurzen Flügeln, die schwerfällig durch die Gegend tapsen. Aber wenn sie ins Wasser springen, sind sie in ihrem Element und gleiten schnell und elegant durchs Wasser. Das soll heißen, dass der Pinguin nur dann seine Talente und Fähigkeiten ausleben kann, wenn er sich im richtigen Umfeld bewegt.

Es ist ein sehr schönes Bild für meine derzeitige Situation. Ich fühle mich in meinem beruflichen Umfeld wie ein schwerfälliger Pinguin, weil ich meine wirklichen Fähigkeiten nicht ausleben kann und somit kein Becken zum Schwimmen habe. Ja, ich habe ein sicheres Gehege und genug Futter, um zu überleben. Aber ich kann meine Talente und Bedürfnisse einfach nicht entfalten. Was tun? Ich könnte mein Gehege verlassen und in die Wildnis wechseln. Dann hätte ich aber kein sicheres Gehege mehr und müsste jeden Tag von neuem darauf hoffen, dass ich genügend Futter erjage. Als sicherheitsliebender Pinguin ist das nicht wirklich eine Alternative für mich.

Freiräume schaffen

Um bei dem Bild zu bleiben. Ich habe mir eine Lösung geschaffen, in dem ich ein Gewässer außerhalb meines Geheges plane, um bei meinen Freigängen in der Freizeit darin abzutauchen. Diese Planung erleichtert auch die Zeit im steinigen Gehege ungemein, weil es das Träumen vom Freischwimmen zulässt.

Aber eines darf man beim Träumen und Planen nicht vergessen … den Weg zum Wasser auch tatsächlich zu gehen und den Sprung ins erfrischende Element zu wagen! Vielleicht findet sich ja auch nochmal ein Gehege mit ausreichend großem Wasserbecken und ein Zoodirektor, der einen talentierten Pinguin sucht…

So wie mir als kleinem dicken Pinguin geht es übrigens vielen Spätis (späterkannte Hochbegabte), die erst noch lernen müssen, ihre Talente einzusetzen.

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