Mein Traum vom Tanzen

Tanzen … das Spiel mit den Emotionen innerhalb fester Spielregeln. Takt, Schritte und Ausdruck sind klar bestimmt, zumindest im Paartanz. Entscheidend dafür, ob der Funke überspringt ist aber, wie viel Emotion du hineingibst, wie viel du von deinem Innern zeigst und ob du dich in dieses Spiel fallen lassen kannst.

Mich fasziniert dieses komplexe Zusammenspiel aus Ratio und Emotion. Das rationale Erfassen der Schrittfolgen innerhalb der Choreographie und das Liefern von Takt, Schritten und Ausdruck auf den Punkt. Andererseits wird der Tanz erst lebendig, wenn du deine innersten Emotionen einbringst. Wenn du dich auf das Spiel einlässt, kannst du all das zeigen, was in der alltäglichen Routine immer wieder verdrängt wird, sei es aus Höflichkeit, Scham oder mangelndem Selbstvertrauen.

Prinzessin oder Amazone?

Du kannst beim Walzer die Prinzessin in dir entdecken und leicht wie eine Feder voller Anmut übers Parkett schweben. Beim Samba kannst du deinen Körper spüren und zeigen und mit lateinamerikanischem Lebensgefühl begeistern. Beim Paso Doble kannst du deine kraftvolle Ader erspüren und die kämpferische Amazone ausleben. Tango und Rumba geben dir die Möglichkeit, Leidenschaft, Erotik und Hingabe in einem ästhetischen Spiel auszuleben und die perfekte Illusion zu kreieren.

Es wird sehr von deinem Tanzpartner abhängen, wie weit du dich in dieses Spiel fallen lassen möchtest. Aber es ist so viel einfacher als ein spielerischer Flirt, weil du nicht Gefahr läufst, durch unbedachte Worte falsche Signale zu senden. Beim Tanzen kannst du das Spiel mit dem Feuer in den Grenzen von Anstand und Ästhetik ausleben und deinen emotionalen Vulkan aus den täglich kontrollierten Gefühlen zum Ausbruch bringen, denn eines ist klar … auch bei gelebter Leidenschaft und Hingabe endet selbst die perfekt inszenierteste Illusion mit dem letzten verklungenen Ton.

Lebe deine Emotionen aus

Was möglicherweise bleibt, sind die Freude, die du dir und anderen schenkst, und die Berührungen, die du in den Herzen hinterlässt. Musik und Tanz geben die Möglichkeit, tief verborgene Emotionen hervorzubringen und Blockaden zu lösen. Dabei ist es zweitrangig, welche Art von Tanz es ist. Paartanz oder Solotanz. Zart oder temperamentvoll. Freudig oder traurig. Es bietet die Chance, sich auszuprobieren und Emotionen auszuleben, die man im Alltag vor Scham oder Angepasstheit versteckt.

Mein großer Traum ist es, einmal bei „RTL Let’s dance“ teilzunehmen. Auch wenn dieser Traum mangels Promi-Status sehr weit von der Erfüllung entfernt ist, so beflügelt er mich doch in meinen Tagträumen. Vor allem wenn die Songs im Radio laufen, mit denen meine frühen Tanzträume verbunden sind, schweifen meine Gedanken sehr schnell ab … Guillermo Marchena’s „My love is a tango“ (aus der ZDF-Weihnachtsserie „Anna“) oder „(I’ve had) the time of my life“ von Bill Medley und Jennifer Warnes (aus „Dirty Dancing“) … Der Spruch „ich habe eine Wassermelone getragen“ hätte übrigens auch von mir stammen können 😉 … Aber auch bei anderen Songs mit entsprechend Rhythmus, Lebensgefühl oder auch Dramatik (z.B. „Music“ von John Miles oder „Somebody’s watching me“ von Rockwell oder auch „Buleria“ von David Bisbal) zuckt es mir in allen Gliedern und es fällt mir schwer, dem nicht nachzugeben.

Tagträume

Auch wenn sich mein großer Traum nie realisieren sollte, so schenkt er mir dennoch so viel Freude, weil ich ihn in meinen Tagträumen so oft auslebe. Ich brauche noch nicht mal die Augen zu schließen, um dieses intensive Gefühl zu spüren. Die entsprechende Musik reicht aus, um das Bild in mir zu erzeugen, wie ich im passenden Kleid mit meinem Tanzpartner zu einer professionellen Choreographie interagiere und meine tiefsten Gefühle ungehemmt auslebe.

In meinen Träumen kann ich natürlich auch in diesen schönen, aber schrecklich unbequemen Schuhen die kompliziertesten Schrittfolgen mühelos auf den Punkt setzen. In meinen Träumen bewältige ich auch anspruchsvolle Hebefiguren mit Körperspannung und Grazie, ohne dass mein Tanzpartner unter meinem tatsächlichen leichten Übergewicht zusammenbricht. Krankheitsbedingte Schmerzen und Atemnot gibt es in Träumen natürlich auch nicht.

Warum wünsche ich mir eigentlich die Realisierung meines Traumes, wenn es im Traum doch so viel einfacher ist? … Trotzdem werde ich mir weiterhin wünschen, dass mein Traum in Erfüllung geht. Eine liebe Studienkollegin hat mir mal gesagt, dass ich mir etwas immer wieder ganz fest wünschen muss, damit es in Erfüllung geht….. ❤

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